Samstag, 8. märz 2008
Also,  die Gründe sind ähnlich  wie die, warum er nicht  wissen darf, dass  wir  total  auf ihn abfahren.  Erst  wenn eine  lange  komplizierte, romantische Geschichte (doch,  sie  streiten es ab, aber  sie wollen auch eine romantische Geschichte haben- man darf sie aber nicht darauf festnageln. Sie werden es immer aufs Heftigste abstreiten.) läuft oder gelaufen ist,  dann sind sie sich  sicher, dass sie das Beste  gewählt  haben (sie denken ja  immernoch, sie hätten uns ausgewählt). Und dann können sie  es  sich  auch schätzen,  dass  sie  "dürfen".
Ein  eindeutiges Indiz  dafür  ist auch, dass es  was ganz  anderes ist, mit  jemandem  eine  erste Nacht  zu  verbringen, wenn man ihn eben erst  kennengelernt  hat  oder  wenn  man  schon lange  mit ihm  ausgeht.
Man  hat  ein  unterschiedliches Bild  vom  Gegenüber.   So eine Nacht mit einem relativ Unbekannten ist so unbeschwert, man hat ja nichts zu verlieren, nur zu gewinnen.

Wenn  man schon  eine  Weile  miteinander ausgeht, dann hat man bewiesen, dass  man sich gut versteht, man  teilt  vielleicht schon die eine oder andere witzige Begebenheit, Geschichte, was auch immer.  Man weiß  das Eine oder andere  über  das Gegenüber und das schafft  eine  zerbrechliche Vertrautheit.  Nicht  so wie  bei  langjährigen Freunden, da sieht es dann wieder anders aus.  Es ist eine  Vertrautheit, die sich  ständig wandelt. Also  ist  sie  sehr  zart  und zerbrechlich.  Aber  sie ist schön,  sonst würde man  ja nicht miteinander ausgehen. Der einzige  Grund, sich mit jemandem  zu treffen, ist  doch, weil man sich in seiner Gegenwart wohl fühlt.
Also, wenn  man sich  dann  daran macht, miteinander zu schlafen, dann verändert sich etwas. Dieses Zerbrechliche Band  wird  entweder gefestigt und  die Vertrautheit  erreicht eine neue Stufe oder man merkt, dass man sich in irgend etwas getäuscht hat.  Da  es sich beim Sex aber um etwas Animalisches handelt, das sich nur schwer steuern läßt, nicht etwa wie eine Konversation, ist es immer mit einem gewissen Risiko verbunden, und das macht die Sache interessant.  Beide gehen das Risiko ein, diese bisher gewonnene schöne wertvolle Vertrautheit zu verlieren. Sie gehen aber das Risiko ein, um ein höheres Level zu erreichen. Das macht die Sache interessant und erklärt auch, warum nach dieser Nacht dann alles anders ist.

Wenn man sich aber  eben erst kennen lernt,  dann  gibt es keine oder nur eine kurze  gemeinsame Geschichte, also auch nichts  zu verlieren, kein Risiko.  Im Vordergrund steht der Spaß an der körperlichen  Lust, ganz klar, wir und auch er, haben nach  oberflächlichen  Kriterien ausgewählt: wir gefallen uns, finden uns anziehend.  Sicherlich gibt es immer wieder Fälle, in denen  in so einer allerersten Nacht Geschichte  geschrieben wird. Die beiden bekommen neben dem Sex  die  Gelegenheit, ihre eigene romantische Geschichte zu  verfassen. Meiner  Meinung nach wird das aber  nur der Fall sein, wenn nicht alles reibungslos  klappt.  Wenn  ganz am Anfang zu perfekter Sex steht, dann kann der Mann nicht lernen, dass auch anderes mit uns schön sein kann.  Denn, wir wissen ja bereits, Männer sind etwas einfacher strukturiert.  Wenn es ginge, dann würden sie Sex ohne Beziehung wählen, weil sie noch nicht gelernt haben, mit den komplizierten Regeln des Beziehungsspiels umzugehen und eigentlich auch gar kein Interesse daran haben. Sie wollen lieber mit ihresgleichen "abhängen", dann müssen sie sich nicht so viele Gedanken machen.  Und wenn man es ihnen anbietet, dann greifen sie zu. Sie verstehen dann nicht, warum wir hinterher vielleicht doch was Anderes wollen.  Schließlich gehen sie davon aus, daß wir das Gleiche wollen wie sie, Spaß, Sex. Sie haben nicht reflektiert, daß Frauen grundsätzlich etwas Anderes wollen als Männer (gut, es gibt immer wieder Ausnahmen). Und wenn Ihr nur Sex wollt, bitte, dann nehmt Ihn euch, verdient habt ihr euch das Recht allemal. Aber kommt mir nicht hinterher, ich hätte euch nicht gewarnt. Die Natur, die heimtückische, hat da nämlich bei uns so einen kleinen Widerhaken eingebaut. Bei der einen mehr, bei der anderen weniger. Die Natur weiß nämlich nichts von Empfängnisverhütung. Sie denkt:   Sex gehabt, vielleicht schwanger geworden, - also: festhalten (zumindest bis man Genaueres weiß) Und was wäre ein besseres Mittel, sich zu binden, und den Anderen nicht aus den Augen zu verlieren ? richtig: verlieben.  Ich kenne genügend Mädels, die doch eigentlich nur ein bißchen Spaß haben wollten, und am nächsten Morgen plötzlich total verliebt aufgewacht sind.  Da die Jungs nicht über diesen Mechanismus verfügen, kann man dann manchmal ganz schön alt aussehn Drum prüfe, wer sich bindet, bekommt da eine ganz neue Bedeutung..
von Alice-Wonderland veröffentlicht in: Liebe
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